Mittwoch, 1. Juli 2026
AI Act kommt später 📜 Claude Sonnet 5 ist da 🤖 Schwarz Digits baut fürs Weltall 🛰️
Willkommen zur Mittwoch-Ausgabe von ki2min. Heute mit einer Verschnaufpause beim AI Act und einem starken neuen Modell zum Mittelklasse-Preis.
Die EU verschiebt die Hochrisiko-Pflichten des AI Act um bis zu zwei Jahre, setzt aber eine neue harte Frist am 2. Dezember 2026
2 Min. Lesezeit
- Der EU-Rat hat das Vereinfachungspaket "Omnibus VII" final beschlossen: Pflichten für eigenständige Hochrisiko-Systeme gelten erst ab 2. Dezember 2027, für KI in Produkten ab 2. August 2028, statt ab 2. August 2026.
- Neu ist ein Verbot von KI-generierten nicht einvernehmlichen Intim-Inhalten und Missbrauchsdarstellungen; betroffene Systeme müssen bis 2. Dezember 2026 angepasst sein.
- Die Übergangsfrist für Transparenzlösungen wurde von 6 auf 3 Monate verkürzt, auch hier ist der 2. Dezember 2026 der Stichtag; die Frist für nationale KI-Sandboxes wandert auf den 2. August 2027.
- Wenn Du KI einsetzt oder in Produkte einbaust, gewinnst Du 16 bis 24 Monate für die Hochrisiko-Compliance, solltest die Dezember-Frist für Transparenz aber fest einplanen.
Anthropic bringt Claude Sonnet 5 mit fast Opus-Niveau zum Einführungspreis von 2 Dollar pro Million Input-Tokens
14 Min. Lesezeit
- Bis 31. August kostet das Modell 2 Dollar Input / 10 Dollar Output pro Million Tokens, danach 3 / 15 Dollar, und liegt damit unter Opus 4.8, GPT-5.5 und Gemini 3.1 Pro.
- Beim agentischen Coding erreicht Sonnet 5 laut TechCrunch 63,2 Prozent (Opus 4.8: 69,2 Prozent, Vorgänger Sonnet 4.6: 58,1 Prozent) und schlägt Opus 4.8 sogar leicht bei Wissensarbeit.
- Anthropic meldet weniger Halluzinationen und abgebrochene Mehrschritt-Aufgaben; Zapier berichtet, dass Workflows, die früher auf halbem Weg hängen blieben, jetzt durchlaufen.
- Ab 1. Juli ist Sonnet 5 das Standardmodell für alle Free- und Pro-Nutzer, Deine Mitarbeiter arbeiten also vermutlich schon damit.
Die US-Regierung hebt die Exportbeschränkung für Anthropics Topmodelle auf, ab 1. Juli sind sie wieder weltweit verfügbar
2 Min. Lesezeit
- Die Modelle Mythos 5 und Fable 5 standen seit 12. Juni auf der US-Exportkontrollliste, weil sie Software-Schwachstellen identifizieren können; da Anthropic die Nationalität der Nutzer nicht prüfen konnte, ging der Zugang weltweit offline.
- Nach rund zweieinhalb Wochen Verhandlungen wurde die Lizenzpflicht gestrichen, Sicherheitsexperten hatten die Begründung offen angezweifelt und politische Motive vermutet.
- Druck machte auch der Wettbewerb: Während der Sperre veröffentlichten asiatische Anbieter vergleichbare Modelle.
- Die Episode zeigt, dass US-Exportpolitik europäische KI-Workflows über Nacht kappen kann, ein Argument für Fallback-Modelle und Multi-Vendor-Strategien in Deinem Stack.
Satellitenbauer OHB holt sich KI-Infrastruktur von Schwarz Digits, das Rechenzentrum in Lübbenau liefert die ersten drei Module bis Ende 2027
- Der Bremer Raumfahrtkonzern nutzt die Infrastruktur der Schwarz-Gruppe-Tochter für KI-Training und Datenverarbeitung in der Satellitenfertigung, von der Designoptimierung bis zur Auswertung von Sensordaten ganzer Konstellationen.
- Kernstück ist das KI-Rechenzentrum in Lübbenau in der Niederlausitz: sechs Module geplant, die ersten drei sollen bis Ende 2027 stehen.
- OHB-Chef Marco Fuchs: Europa müsse unabhängiger, resilienter und schneller werden, KI und Raumfahrt seien dafür die Hebel.
- Für Dich ist das ein Signal, dass souveräne KI-Infrastruktur aus Deutschland real wird: Cloud, KI und Cybersecurity aus einer Hand, ohne US-Abhängigkeit.
Schneider Electric kauft den norwegischen Industrie-KI-Spezialisten Cognite für 3,1 Milliarden Dollar in bar
7 Min. Lesezeit
- Cognites Datenplattform und agentische KI werden mit der Schneider-Tochter AVEVA und deren CONNECT-Plattform für Anlagenbetrieb und Asset Management verschmolzen.
- Cognite machte 2025 über 170 Millionen Dollar Umsatz bei 36 Prozent Wachstum der ARR-Buchungen und beschäftigt über 800 Leute weltweit.
- Der Abschluss wird in den kommenden Quartalen erwartet, vorbehaltlich der Freigaben; größter Verkäufer ist die norwegische Aker-Gruppe.
- Für produzierende Betriebe im DACH-Raum konsolidiert sich damit der Markt für Fabrik-Datenplattformen auf wenige große Anbieter, das beeinflusst Preise und Lock-in bei Deiner nächsten Ausschreibung.
Amazon startet eine 1-Milliarde-Dollar-Einheit, die eigene Ingenieure direkt in Kundenfirmen entsendet, um KI-Agenten zu bauen
2 Min. Lesezeit
- Anders als OpenAI (4 Milliarden Dollar) und Anthropic (1,5 Milliarden Dollar) strukturiert Amazon das nicht als Joint Venture mit Private Equity, sondern als interne Organisation.
- Die Teams sollen schnelle Einsätze fahren und Kunden befähigen, danach selbst weiterzubauen, statt dauerhaft als Berater zu bleiben.
- Damit verkaufen jetzt alle großen US-Anbieter Umsetzung als Produkt, nicht mehr nur Modell-APIs.
- Für Mittelständler mit steckengebliebenen KI-Piloten entsteht eine Alternative zur klassischen IT-Beratung, und für DACH-Beratungshäuser ein ernstzunehmender neuer Wettbewerber.
Claude ist ab sofort regulär in Microsoft Foundry auf Azure verfügbar, abgerechnet über die bestehende Microsoft-Rechnung
2 Min. Lesezeit
- Die allgemeine Verfügbarkeit umfasst Claude Opus 4.8 und Haiku 4.5 inklusive Prompt Caching und Extended Thinking.
- Zwei Varianten: "hosted on Azure" mit Azure-Authentifizierung, -Governance und -Abrechnung oder "hosted on Anthropic" mit vollem API-Funktionsumfang.
- Der Verbrauch kann bestehende Azure-Commitments aus Enterprise Agreements abbauen und landet auf einer konsolidierten Azure-Rechnung.
- Wenn Dein Unternehmen ohnehin auf Microsoft läuft, fällt damit die größte Einkaufshürde für Claude weg: kein separater US-Vendor, kein neuer Vertrag.
X startet einen eigenen MCP-Server, über den KI-Tools wie Claude die Plattform mit den Rechten des eigenen Kontos auslesen
2 Min. Lesezeit
- Bisher mussten Entwickler eigene MCP-Server bauen und hosten, jetzt stellt X die Infrastruktur und man meldet sich mit den bestehenden Zugangsdaten an.
- Der Server ist rein lesend, automatisiertes Posten ist darüber nicht möglich; die API kostet 0,015 Dollar pro Post und 0,20 Dollar pro geposteten Link.
- X reiht sich damit neben GitHub, Slack, Notion, Stripe und Salesforce in die Anbieter mit offiziellen MCP-Servern ein.
- Dein Marketing-Team kann X-Monitoring und Recherche damit ohne Entwicklungsaufwand in den KI-Assistenten holen, MCP festigt sich als Standard-Schnittstelle.
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