Freitag, 21. August 2026

Carlsen verklagt OpenAI 📚 Zero Data Retention 🔒 Niedersachsen rügt KI-Aufsicht ⚖️

Willkommen zur Freitag-Ausgabe von ki2min. Heute geht es um eine Plagiatsklage gegen OpenAI in Deutschland, neue Datenschutzoptionen für Unternehmens-APIs und die Beliebtheit von Coding-Agenten.

Der Hamburger Carlsen Verlag verklagt OpenAI vor dem Landgericht München I wegen detaillierter ChatGPT-Plagiate der NEINhorn-Kinderbücher.

2 Min. Lesezeit

  • Der Hamburger Carlsen Verlag wirft OpenAI vor, dass ChatGPT auf einfache Aufforderung nahezu wortgleiche Kopien der Bestseller von Marc-Uwe Kling samt Illustrationen generiert und sogar druckfertige Vorlagen mit gefälschter ISBN und Verlagslogo ausgibt.
  • Da die KI-Texte und Zeichnungen kaum vom Original zu unterscheiden sind, geht der Verlag von einer unrechtmäßigen Nutzung der Werke als Trainingsdaten und einer dauerhaften Memorisierung in den Modellen aus.
  • Carlsen und die Bonnier-Gruppe fordern die Unterlassung der unlizenzierten Nutzung, volle Transparenz über Trainingsquellen sowie Schadensersatz für die Urheber.
  • Für Unternehmen im DACH-Raum unterstreicht das Verfahren die wachsenden rechtlichen Haftungsrisiken, wenn generative Modelle geschützte Werke unbemerkt reproduzieren und im Geschäftsbetrieb eingesetzt werden.

OpenAI garantiert API-Unternehmenskunden Zero Data Retention und führt automatisierte Sicherheitsprüfungen ohne Datenzugriff ein.

4 Min. Lesezeit

  • Über die Zero Data Retention (ZDR) sichert OpenAI berechtigten API-Kunden zu, dass Prompts und Modellantworten nach der Verarbeitung sofort gelöscht und keinesfalls für das Modelltraining verwendet werden.
  • Die neue Funktion Private Safety Processing analysiert Missbrauchsmuster über mehrstufige Interaktionen hinweg automatisiert, ohne dass OpenAI-Mitarbeiter Zugriff auf die Inhalte oder Prompts erhalten.
  • Unternehmenskunden können sensible Daten entweder auf eigener Infrastruktur halten oder auf OpenAI-Servern mit selbst kontrollierten Schlüsseln verschlüsseln, bevor das Feature im September 2026 breit ausgerollt wird.
  • Für DACH-Betriebe mit sensiblen Kunden- und Geschäftsdaten beseitigt dieses Modell zentrale Hürden für den DSGVO-konformen Produktiveinsatz von Frontier-Modellen in regulierten Branchen.

Der niedersächsische Datenschutzbeauftragte stuft die zentrale KI-Marktüberwachung bei der Bundesnetzagentur als europarechts- und verfassungswidrig ein.

2 Min. Lesezeit

  • Im Tätigkeitsbericht 2025 kritisiert Denis Lehmkemper das deutsche Durchführungsgesetz zur KI-Verordnung scharf und fordert eine Verankerung der Marktaufsicht bei den Landesdatenschutzbehörden, insbesondere für Schulen und Polizei.
  • Die Behörde verzeichnete 2025 einen Rekordanstieg der Bürgerbeschwerden um über 70 Prozent auf 4.022 Fälle, was maßgeblich auf automatisierte Musterschreiben aus KI-Chatbots zurückzuführen ist.
  • Praxistests mit Tools wie Microsoft Copilot und LLMoin in der Verwaltung offenbarten erhebliche Risiken durch Datenfehler und Halluzinationen, weshalb Lehmkemper verbindliche Schulungen und europäische Open-Source-Lösungen fordert.
  • Für Unternehmen in Deutschland bedeutet der Kompetenzstreit zwischen Bund und Ländern anhaltende Rechtsunsicherheit darüber, welche Behörde künftig Auflagen und Bußgelder nach dem EU AI Act vollstreckt.

Das Stuttgarter Software-Startup Flip sichert sich 22 Millionen Euro für seine KI-Plattform für Beschäftigte ohne Schreibtisch.

3 Min. Lesezeit

  • Die neue Finanzierungsrunde wird von den Bestandsinvestoren Notion Capital und HV Capital angeführt, zudem steigt die baden-württembergische Förderbank L-Bank als neue Geldgeberin ein.
  • Flip stattet Mitarbeitende in Produktion, Logistik und Einzelhandel mit mobilen KI-Assistenten, automatisierter Sprachübersetzung und dem App-Baukasten Flip Fusion aus.
  • Die Plattform ist bereits an über 100 Standorten in 15 Ländern bei Großkunden wie Bosch, REWE Group, SIXT und FORVIA HELLA im Einsatz.
  • Für mittelständische Betriebe im DACH-Raum bietet die Software eine Möglichkeit, auch gewerbliche Teams ohne PC-Arbeitsplatz direkt in automatisierte Workflows und das Wissensmanagement einzubinden.

Microsoft behebt eine kritische Sicherheitslücke in Microsoft 365 Copilot, über die Angreifer interne Schutzregeln und vertrauliche Daten abgreifen konnten.

3 Min. Lesezeit

  • Sicherheitsforscher von Varonis brachten Microsoft 365 Copilot durch gezielte Prompt-Abfragen dazu, Details über interne Filter preiszugeben, und nutzten diese Schwachstelle für automatisierte Angriffe via manipulierte Links.
  • Über den Angriff ließen sich Passwörter, E-Mails und Kalendertermine unbemerkt ausleiten sowie dauerhafte Steuerungsanweisungen im Gedächtnis des Assistenten hinterlegen, die selbst Passwortänderungen überstanden.
  • Microsoft hat die Lücke für weltweit 30 Millionen zahlende Copilot-Nutzer serverseitig geschlossen, sodass für Firmenkunden aktuell kein manueller Handlungsbedarf besteht.
  • Für IT-Verantwortliche zeigt der Vorfall, dass verknüpfte Unternehmens-Assistenten strenge Zugriffsbeschränkungen auf Dritt-Apps und eine kontinuierliche Überwachung externer Prompts erfordern.

In der weltweiten Entwickler-Umfrage von JetBrains übernimmt Anthropics Claude Code mit 39 Prozent Nutzung die Spitzenposition unter den Coding-Agenten.

2 Min. Lesezeit

  • Laut der Developer Ecosystem Survey 2026 mit über 15.500 Teilnehmenden setzen 90 Prozent der Softwareentwickler wöchentlich auf KI-Coding-Agenten, 68 Prozent nutzen die Werkzeuge sogar täglich.
  • Claude Code steigerte seinen Nutzungsanteil seit Januar 2026 um 21 Prozentpunkte auf 39 Prozent und verdrängte damit GitHub Copilot, das von 29 auf 21 Prozent fiel, vom ersten Platz.
  • OpenAI Codex verfünffachte seinen Anteil von 3 auf 16 Prozent, während der Code-Editor Cursor auf einen weltweiten Bekanntheitsgrad von 75 Prozent kommt.
  • Für Software- und IT-Teams im DACH-Raum markieren die Ergebnisse einen deutlichen Trend hin zu autonomen, terminalbasierten Agenten statt reiner Inline-Codevervollständigung.

Die Europäische Kommission legt ein verpflichtendes Nachhaltigkeits-Rating für KI-Rechenzentren ab 500 Kilowatt Leistung vor.

5 Min. Lesezeit

  • Der Entwurf auf Basis von Artikel 33 der EU-Energieeffizienz-Richtlinie sieht ab 2027 ein öffentlich einsehbares Effizienzlabel für Strom- und Wasserverbrauch (PUE und WUE) aller größeren Anlagen vor.
  • Verschärfte Vorgaben für Herkunftsnachweise verlangen künftig einen zeitlichen und räumlichen Bezug zum tatsächlichen Verbrauch, um rechnerisches Schönfärben mit alten Ökostromzertifikaten zu unterbinden.
  • Während der weltweite Rechenzentrums-Strombedarf bis 2030 auf 945 Terawattstunden steigen soll, forschen Institute wie Silicon Austria Labs an energieeffizienten RISC-V-Beschleunigern, um den Verbrauch an der Quelle zu dämpfen.
  • Für DACH-Unternehmen gewinnt das Label Relevanz, da es künftig an die Vergabe öffentlicher Aufträge und an ESG-Kriterien für nachhaltige Cloud-Finanzierungen gekoppelt wird.

Das US-amerikanische KI-Chip-Startup Etched verdoppelt seine Bewertung nach einer 700-Millionen-Dollar-Finanzierungsrunde auf 21 Milliarden Dollar.

3 Min. Lesezeit

  • Die Runde wurde vom quantitativen Trading-Haus Jane Street angeführt, nachdem dieses die spezialisierte Hardware für Inferenz-Workloads erfolgreich im eigenen Rechenzentrum getestet und installiert hat.
  • Etched entwickelt dedizierte ASICs für die Prefill- und Decode-Phasen bei der Verarbeitung von Prompts, die gegenüber klassischen GPUs höhere Token-Geschwindigkeiten und spürbar niedrigere Betriebskosten erzielen sollen.
  • An der Runde beteiligen sich namhafte Geldgeber wie Sequoia Capital, Andreessen Horowitz, Kleiner Perkins und Peter Thiel, um den weltweiten Ausbau auf Gigawatt-Skala zu finanzieren.
  • Für Unternehmen im DACH-Raum deutet das Investment auf zunehmenden Preis- und Leistungsdruck auf das bisherige Nvidia-Monopol bei der Ausführung komplexer Sprachmodelle hin.

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